Der Libanon

Geschichtsträchtig, multikonfessionell, weltoffen.

Häufig treffend als „Schmelztiegel zwischen Orient und Okzident“ bezeichnet, besticht das Land durch eine jahrtausendealte Geschichte, als Dreh- und Angelpunkt für Handel, Tourismus, Finanz- und Bankenwesen sowie als Standort für Kultur- und Bildungseinrichtungen mit überregionaler Bedeutung. Im Libanon, Gründungsmitglied der Vereinten Nationen, leben 18 anerkannte Religionsgemeinschaften zusammen. Etwa 40 Tageszeitungen berichten aus der Hauptstadt Beirut in arabischer, englischer, französischer und armenischer Sprache über das aktuelle Geschehen.

Das Land mit seinen vier Millionen Einwohnern unterhält traditionell freundschaftliche Beziehungen zu Deutschland. Im Jahr 2012 wurden Waren im Wert von gut 860 Millionen Euro, vor allem Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen, pharmazeutische und chemische Erzeugnisse sowie Datenverarbeitungsgeräte importiert. Trotz seiner relativ kleinen Größe ergeben sich darum interessante Geschäftsmöglichkeiten für den Libanon, der auch als Anker für die gesamte arabische Region gesehen werden kann.

Heimat von Top-Universitäten des Nahen Ostens und der arabischen Welt

Die libanesische Hochschulausbildung überzeugt durch eine hohe Qualität in der Ingenieursausbildung. Viele der namhaften Universitäten wie die American University of Beirut oder die Université Libanaise unterhalten enge Beziehungen zu führenden amerikanischen oder französischen Universitäten und arbeiten in Forschung und Lehre mit ihnen zusammen. Das fünfjährige Bachelorstudium ist mit einem deutschen FH-Diplom vergleichbar. Viele Studierende sammeln bereits während ihres Studiums Praxiserfahrung in Unternehmen. Neben sehr guten englischen Sprachkenntnissen, sprechen die meisten Absolventen auch sehr gut Französisch. In Vorbereitung auf ihr Praktikum in Deutschland lernen die Teilnehmer 6 Monate lang intensiv die deutsche Sprache.

Trotz der sehr guten Ausbildung kann der Binnenarbeitsmarkt viele Absolventen nicht aufnehmen. Gerade im Ingenieursbereich ist es für viele sehr gut ausgebildete Absolventen schwierig, im Heimatland selbst qualifizierte Arbeit zu finden. Viele Libanesinnen und Libanesen verlassen darum den Libanon, um in den Golfstaaten oder in den USA zu arbeiten.

Im internationalen Vergleich sind die deutsch-libanesischen Beziehungen in Bildung und Kultur bisher nicht so stark ausge­prägt gewesen, wie es dem auf beiden Seiten vorhandenen Potential gerecht würde. Während der Libanon es vermocht hat, mit einem weltweiten und leistungsstarken Netz aus Studenten und Hochschulabsolventen sehr enge und positive Beziehungen zu zahlreichen Staaten aufzubauen und auch Deutsche verstärkt im Ausland engagiert sind, fehlt dieser Austausch in angemessener Breite zwischen Deutschland und dem Libanon. Die Initiative „Engineers for Germany“ möchte diese Brücke zu Deutschland bauen, um das Potenzial dieser Beziehung gewinnbringend für beide Länder zu nutzen.